Zweites Vernetzungstreffen "Kriminalprävention vor Ort"

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Am 20. November 2019 hatte der Landespräventionsrat Brandenburg zum zweiten Vernetzungstreffen „Kriminalprävention vor Ort“ nach Zossen eingeladen. Dieser Einladung folgten zahlreiche Vertreter*innen aus den Landkreisen und Städten sowie von Polizei, Bildungsministerium, Universität Potsdam und demos, passend zum Schwerpunktthema: Prävention von Kinder- und Jugend(gewalt)delinquenz.

Die Bürgermeisterin der Stadt Zossen hieß ihre Gäste herzlich willkommen und nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil. Der Präventionsbeauftragte des Landes Brandenburg, Herr Kasüschke, eröffnete die Veranstaltung und lud erneut zu einer Zusammenarbeit bei der Kriminalprävention in der Fläche ein.

Herr Schmidt und Herr Noack aus Königs Wusterhausen stellten das tolle und erfolgreiche Präventionsprojekt „Held oder Feigling“ vor. Frau Lehmann, Schulleiterin der Friedrich Starke Grundschule Elsterwerda berichtete sehr lebendig und anschaulich über ihr gut funktionierendes Schulkonzept „Curriculum zum sozialen Lernen“.

Sehr erfreulich war das Fazit der Veranstaltung „Prävention lohnt sich!“ für alle in diesem Bereich tätigen Akteure. Der renommierte Wissenschaftler, Prof. Dr. Klaus Boers, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster wies in seinem Vortrag „Jugenddelinquenz – Kontinuität und Abbruch im Altersverlauf“ auf nachweisbare Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen hin.

Wesentliche Erkenntnisse aus dem Vortrag waren für alle Präventionsakteure die Folgenden:

  • Die gelegentliche Begehung leichterer und mittelschwerer Delinquenz ist im Jugendalter weit verbreitet und damit ein „normales“ entwicklungstypisches Phänomen (Ubiquität).
  • Sie endet in den meisten Fällen im Rahmen einer erfolgreich verlaufenden (Norm-)Sozialisation (Spontanbewährung) und ohne formelle Kontrollintervention.
  • Auch der überwiegende Teil der zunächst persistenten Intensivtäter bricht im dritten Lebensjahrzehnt das delinquente Verhalten ab. Forschungsbefunde deuten darauf hin, dass diese Abbruchstendenz unter anderem durch äußere Umstände (Bildung tragfähiger sozialer Bindungen, vor allem in Partnerschaft und Beruf) begünstigt werden. Kriminalpräventiv bedeutet dies, dass zur Unterstützung Präventionsprogramme auch noch in späteren Jahren sinnvoll sind!
  • Vor dem Hintergrund von Ubiquität und Spontanbewährung gilt im Grundsatz, dass informelle Reaktionen günstiger sind als formelle Reaktionen. Sanktionen müssen ultima ratio bleiben!

Für uns Präventionsakteure bedeutet dies:

  • Soziale, kommunale und schulische Präventionsmaßnahmen lohnen sich!
  • Präventionsprojekte haben einen immensen Mehrwert, sowohl mit Kindern und Jugendlichen, als auch mit jungen Erwachsenen.
  • Das gesellschaftliche und soziale Gefüge spielt für die Spontanbewährung eine nicht unbedeutende Rolle; Präventionsprojekte, welche an dieser Stelle ansetzen, indem Sie gesellschaftliche Normen und Werte vermitteln, erscheinen zielführend und sinnvoll; die Angebote für Jugendliche müssen ausgebaut werden, soziale Umfelder neu gestärkt werden, Risikofaktoren können minimiert werden.
  • Die Bindungen an die Schule spielen eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung unsrer Kinder und Jugendlichen. Von großer Bedeutung sind gute Schüler-Lehrer Beziehungen-> Schulische Präventionsprojekte und –maßnahmen können hierbei unterstützen!
  • Freizeitangebote können kriminalpräventiv positive Effekte haben,
  • Problemorientiertes Vorgehen lohnt sich,
  • Soziale-Kompetenz-Kurse, Selbstbehauptungstraining, Ausbildung zum Streitschlichter, zusätzliche Sportangebote sind sinnvoll und wirksam!

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Letzte Aktualisierung: 02.12.2019